Suchtvereinbarung der Friedrich-Realschule

Vorwort

Eine Suchtvereinbarung an Schulen soll einerseits zur Prävention von Suchtmittelmissbrauch dienen und andererseits die konkrete Vorgehensweise bei Missbrauchsfällen regeln. Die Suchtvereinbarung der Friedrich Realschule stellt eine Hilfe zum Umgang mit Fällen von Suchtmittelmissbrauch im Schulbereich dar. Sie versteht sich als Hilfestellung für die direkt betroffenen Schüler, deren Eltern und die verantwortlichen Lehrkräfte der Schule. Darüber hinaus dient sie zum Schutz aller Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Realschule.

Unter Suchtmittel versteht diese Vereinbarung legale Drogen wie Alkohol oder Zigaretten, ebenso wie illegale Drogen. Medikamente, sowie Essstörungen und nicht stoffgebundene Suchtformen (wie beispielsweise Mediensucht), können bei bestimmten Konsummustern ebenfalls dazu gezählt werden. Durch die nachfolgende Vereinbarung soll eine notwendige Konsequenz im Vorgehen bei jedem Einzelfall erzielt werden, um im Rahmen der schulischen Möglichkeiten eine effektive Vermittlung von Hilfsangeboten für die Betroffenen zu erreichen.

 

Stufe 1 (Vorgespräch)

  • Verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler werden angesprochen.

  • Bei fortgesetzt auffälligem Verhalten führt i.d.R. die Klassen- bzw. Fachlehrkraft ein erstes Gespräch mit dem betreffenden Schüler/ Schülerin, in welchem die Auffälligkeiten thematisiert werden (ggf. mit den Erziehungsberechtigten).

  • Entsteht ein Verdacht auf Suchtmittelmissbrauch oder Suchtverhalten, werden der Schülerin oder dem Schüler entsprechende Hilfsangebote unterbreitet (z.B. Beratungslehrkraft, Vertrauenslehrer, Schulsozialarbeiter, Schulpsychologischer Dienst, außerschulische Jugend- und Drogenberatung, eventuell Arztadressen o.ä.).

  • Zugleich wird erwartet, dass sich die Schülerin oder der Schüler um eine

Verhaltensänderung bemüht, wobei über die weiteren Stufen der Suchtvereinbarung informiert wird.

  • Ein weiterer Gesprächstermin wird vereinbart.

  • Die Erziehungsberechtigten der Schülerin, des Schülers werden informiert und in die weiteren Vorgehensweisen eingebunden.

 

Stufe 2

Gesprächsteilnehmende

  • betroffener Schüler/ betroffene Schülerin

  • Lehrkraft aus dem Kreis der Lehrer, die mit dem Problem konfrontiert wurden

  • Suchtpräventionslehrkraft (Beratungslehrkraft) der Schule

  • Auf Wunsch Person(en) des Vertrauens der Schülerin oder des Schülers

  • Erziehungsberechtigte

 

Gesprächsinhalte / Ziele / Maßnahmen

  • Der Schülerin oder dem Schüler gegenüber wird festgestellt, dass ihre oder seine Bemühungen um eine Verhaltensänderung nicht ausreichend/ nicht erfolgreich waren.

  • Es wird erneut aufgefordert das Verhalten zu ändern und Hilfsangebote anzunehmen.

  • Der unverzügliche Besuch einer Beratungsstelle wird nahe gelegt.

  • Im begründeten Einzelfall ist eine schriftliche Bestätigung über einen solchen Besuch verbindlich und zeitnah vorzulegen.

  • Den Eltern wird empfohlen, sich zur weiteren Beratung und Unterstützung an das Jugendamt (z.B. für ambulante Hilfen zur Erziehung) zu wenden.

  • Die Schülerin oder der Schüler wird über die Konsequenzen ihres/seines Verhaltens informiert (z.B. auch nach § 90 des Schulgesetzes des Landes Baden-Württemberg)

  • Die im Gespräch getroffenen Vereinbarungen werden schriftlich festgehalten und von allen Gesprächsteilnehmern unterschrieben; das Schriftstück wird in die Schülerakte übernommen.

  • Ein weiteres Gespräch (z.B. mit Beratungslehrer oder Lehrer des Vertrauens) wird vereinbart.

  • Erfolgt im vereinbarten Zeitraum keine Verhaltensänderung tritt Stufe 3 in Kraft.

 

Stufe 3

Gesprächseilnehmende

  • Schülerin oder Schüler

  • Erziehungsberechtigte

  • Lehrkraft aus dem Kreis der Lehrer, die mit dem Problem konfrontiert wurden

  • Beratungslehrkraft der Schule

  • Schulleitung

  • Auf Wunsch Person(en) des Vertrauens der Schülerin oder des Schülers

Gesprächsinhalte / Ziele / Maßnahmen:

  • Der unverzügliche Besuch einer Beratungsstelle wird nochmals

dringend nahe gelegt und muss durch schriftliche Bestätigung nachgewiesen

werden.

  • Im Rahmen einer Rechtsbelehrung wird auf § 90 des Schulgesetzes des Landes Baden-Württemberg hingewiesen und die Möglichkeit eines Schulausschlusses angedroht, wenn keine Verhaltensänderung erkennbar ist bzw. keinerlei Hilfsangebote mit verbindlichem Charakter angenommen werden.

  • Bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung wird das zuständige Jugendamt von der Schule informiert. Zur Einschätzung des Gefährdungsrisikos kann eine Kinderschutzfachkraft hinzugezogen werden.

  • Die im Gespräch getroffenen Vereinbarungen werden schriftlich festgehalten und von allen Gesprächsteilnehmern und Gesprächsteilnehmerinnen unterschrieben; Verbleib in der Schülerakte.

 

Stufe 4

Bei Nichteinhaltung verfügter Auflagen erfolgt in der Regel befristeter oder endgültiger Schulausschluss nach § 90 Schulgesetz des Landes Badenwürttemberg.

 

Anmerkungen

Von diesem Vorgehen kann abgewichen werden, wenn die Schulleitung, die Beratungsstelle, die Schulaufsichtsbehörde oder der Elternbeirat es empfiehlt oder anweist.

Hält die Schülerin, der Schüler oder die Erziehungsberechtigten einen vereinbarten Gesprächstermin ohne gut begründete und nachvollziehbare vorherige Entschuldigung nicht ein, wird zur jeweils nächst höheren Stufe der Suchtvereinbarung übergegangen.

Wird festgestellt, dass ein Schüler oder eine Schülerin auf dem Schulgelände oder in unmittelbarer Nähe mit illegalen Drogen handelt, erfolgt unverzüglich der Schulausschluss nach § 90 Schulgesetz.

 

Arbeitskreis Suchtvereinbarung der Friedrich Realschule Durlach

im Juli 2011

 

Schulleitung: Herr R. Sauder, Frau. H. Mammeas

Elternbeiratsvorsitzender Herr T. Poppek

Für die Elternvertreter: Fr. Hanssmann, Fr. Laube

Sucht- und Gewaltpräventionslehrerin: Fr. A. Fleig

Zusätzliche Informationen